2014 / 2015

Projektarbeit im Gemeindehaus der St. Marien-Kirche in Drennhausen

Im November 2014 trafen wir uns zum ersten Mal im Gemeinderaum der St.Marienkirche in Drennhausen, den uns Pastorin Ines Bauschke freundlicherweise zur Verfügung stellte. Es wurde ein spannender und heiterer  Nachmittag, manche leise Sehnsucht und stille Hoffnung wurde in den Ton geknetet...

Erinnerungen und mehr

Im Dezember 2014 entstanden beeindruckende Arbeiten: Obwohl keiner der Männer je vorher mit Ton modelliert hatte, entstand doch eine spannende Sammlung von Portraits, die alle ihren ganz persönlichen, starken Ausdruck haben. Jedes Gesicht verdient es, als kleine Kostbarkeit behandelt zu werden.

Galerie der Gesichter

2015

"Cup of Hope"

Im Februar 2015 waren wir eine ganz kleine Gruppe, aber nicht weniger engagiert. Die Türe in Drennhausen steht immer auf: Willkommen für Jedermann!

Im März 2015 entwickelten wir das Thema "Cup of Hope" weiter, die fröhliche Stimmung zeigt, dass auch alle voller Hoffnung sind. Zudem hatten wir Besuch von der Presse, Frau Albers vom Geesthachter Anzeiger wollte sich selbst ein Bild vor Ort machen. Ihr ausführlicher Bericht findet sich unter der Rubrik "Presse Kunstprojekt".


Im April 2015 waren wir eine bunt gemischte Gruppe, Groß und Klein arbeitete an unterschiedlichsten Motiven. Selbst dramatische Erlebnisse konnten in der Offenheit, die bei allen Teilnehmern zu spüren ist, thematisiert werden. Wir sind gespannt auf die fertig glasierten Arbeiten!

"Libye - Itali 27.9.2013 - 267"

Im Mai 2015 stellten wir uns erneut  dem schwierigen  aktuellen Thema: Flüchtlinge erzählten von ihren persönlichen Erlebnissen  und wir Einheimische verarbeiteten unsere Gedanken dazu in reliefartigen Bildern. Im geschützten Umfeld der Drennhäuser Kirchengemeinde konnten wir uns  austauschen und miteinander die friedliche Stimmung für unsere Gedanken nutzen. Das war sehr schön. Und die entstandenen Objekte sprechen in ihrer Dramatik für sich - und vielleicht auch für viele andere Menschen.

Im Juni 2015 hatten wir Besuch von Flüchtlingen aus Syrien und dem Iran. Manche von ihnen sprachen noch kein einziges Wort Deutsch, andere hatten in wenigen Wochen bereits viel von unserer Sprache gelernt. Beeindruckt hat mich die Präzision, mit der die Teilnehmer ihre Objekte entwickelten. Mir fällt auch auf, dass immer wieder starke Tiere nachgebildet werden: Löwen, Elefanten, Widder...

Diesmal habe ich mich entschieden, die Arbeiten mit farbenigen Glasuren zu versehen, um ihren Ausdruck zu verstärken.

Das erste Boot

Im August 2015 thematisierten wir die Erlebnisse vieler Flüchtlinge, die in völlig überfüllten Schlauchtbooten tagtäglich in Europa ankommen - wenn sie Glück haben. Diesen bedrückenden Bildern setzten wir ein kleines Denkmal aus Ton. Allerdings waren bei dieser Arbeit ausschließlich deutsche Freunde des Kunst-Projektes dabei. Heißes Sommer-wetter und privaten Termine waren sicher für manche Flüchtlinge eine echte Altenative,  aber auch ein Indiz dafür, dass die eigene Lebensgestaltung begonnen hat. Beim Schrühbrand ist das Tonobjekt zersprungen und so sind ein paar ungeplante Fotoimpressionen auf eindringliche Weise noch aufwühlender geworden. Doch auch in unserem Kunstprojekt folgt - wie im richtigen Leben - dem einen Schlauchboot das nächste - ich hoffe, es wird unbeschadet das Ziel erreichen und wie geplant gebrannt und glasiert werden können.

Das zweite Boot

Die Geschicklichkeit bei der Herstellung der kleinen Figuren entwickelt sich zusehens und es entstehen differenziertere Charaktere mit feineren Gesichtszügen. Das Unvorstellbare erhält konkrete Züge. Ein spannender Prozess in der Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen, das uns sehr bestürzt und bewegt, und unserer Suche nach eigenen Ausdrucksmöglichkeiten dafür.

Inzwischen ist das "Zweite Boot" fertiggestellt, die Gemeinschaftsarbeit von Heidrun Kniggendorf und Uwe Stehr und mir hat ihre Glasur und somit ihr endgültiges Aussehen erhalten. Dieser keramischen Arbeit spiegelt die Dramatik einer nächtlichen Bootsfahrt für jeden sichtbar wider.

Im September 2015 haben wir versucht, den einzelnen Menschen aus der anonymen Masse herauszunehmen und ihm ein individuelles Gesicht zu geben.

 

Hinter jedem Gesicht steht ein Schicksal.


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